Die Ärzte der Abteilung plastische Chirurgie der Loretto Klinik, Tübingen: Dr. med. Wolfgang Banzhaf

Kapselfibrose

Als natürliche Reaktion des Körpers auf Fremdmaterialien bildet sich eine Bindegewebshülle - so auch bei Brustimplantaten.

Dabei ist die Verkapselung der Implantate an sich völlig normal, sogar notwendig, damit das Implantat nicht verrutscht. Die Kapselfibrose ist hingegen eine Kapselverhärtung, worunter eine überschüssige Narbenbildung um das Implantat zu verstehen ist. Der Grad der Verhärtung ist unterschiedlich, von einer leichten Verhärtung, die keine Begleiterscheinungen hat, bis hin zu schmerzhaften Formveränderungen. Bei der Behandlung einer Kapselfibrose tendiert man heute zur operativen Sprengung, bei der die Kapsel geweitet und so zum Platzen gebracht wird. Bei dieser Gelegenheit kann ein eventuell älteres Implantat ausgetauscht werden. Vorbeugend können die Brüste nach der Operation massiert werden, bei Implantaten mit texturierter bzw. strukturierter Oberfläche ist hiervon allerdings abzuraten. Bei der Brustvergrößerungsoperationen legt man heute besonderen Wert auf die Vermeidung sogenannter Kapselfibrosen. Verbesserte Implantate und moderne Operationsmethoden haben bereits dazu geführt, dass dieses Risiko in den letzten Jahren auf unter 5 Prozent gesunken ist.